Alle Beiträge von Peter Berger

Konkurrenz für unsere Wertungsrichter?

Es freut und ehrt mich, dass John Beans von Jollylogic,  meinen nachstehenden Beitrag in die Webseite aufgenommen hat. Schön wäre es, wenn es zu einer Zusammenarbeit kommen würde!

https://www.jollylogic.com/altimeterthree-flies-high-in-vienna/

Barometrische Höhenmessung bei Hochflugtauben

In der  Geflügelzeitung vom Jan. 2016 hat Jürgen von Ramin, Zuchtfreund und Pionier in Sachen Evaluierung und Erprobung  von technischen Hilfsmitteln zur Höhenmessung, ein neues Gerät vorgestellt. Das Altimeter Three, ein ca. 10 Gramm leichtes Altimeter, das erlaubt, genaue barometrische Höhenmessungen, mit unseren Hochflugtauben, vorzunehmen. 

Kurz darauf habe ich mir aus den USA ebenfalls ein solches Wunderinstrument schicken lassen. Damaliger Preis um die 100 CHF + um 40 CHF Versand und Zollgebühren.

Der andauernde Raubvogeldruck liess mich meine „Testreihe“ immer wieder hinausschieben, schliesslich wollte ich das kostbare Stück nicht verlieren und nicht unbedingt als Beute eines Wanderfalken, in seinem Horst wissen.

Schon im zeitigen Frühjahr 2018 zeigte eine kleine Truppe, meine 6 Wiener Reserve-Hochflugtauben, konstante, sehr gute Flugleistungen. Die Gruppe ist klein genug, um weit entfernte Wanderfalken nicht sofort anzulocken. Jedenfalls herrschte diesbezüglich seit Wochen angenehme Ruhe. 

Mittels einer Holzattrappe mit den Massen und Gewicht des Altimetere habe ich mehrere Befestigungsarten ausprobiert, aber keine überzeugte mich wirklich. Ein Video eines Taubenschwarmes mit auf den Schwänzen montierten Taubenpfeifen, brachte mich auf eine neue Idee.

AltimeterThree links, Alu-Befestigungsmodul rechts
Einheit montiert!
Die beiden Klettbänder werden zur Montage aufeinander gedrückt.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Aus ca 0.3 mm dickem Aluminiumblech fertigte ich ein Trägermodul, dass ich zwischen den mittleren Schwanzfedern, befestigte. Eine Blechschraube dient als Arretierung und ein Mini- Kabelbinder zum Zusammenhalten der Federn.  Das federleichte Blechteil, innen mit selbsthaftendem Klettband ausgelegt, befestigte ich auf einer möglichst erfahrenen Taube. In meinem Fall einem meiner blauen Wiener.  Dieser Täuber hat von Anfang an gut mitgespielt und machte nie Anstalten, sich wegen seines Huckepacks, etwas anmerken zu lassen. Auch ihn liess ich anfänglich mit einem baugleichen Holzquader fliegen. Zur Zeit trägt er das Alu-Modul immer auf sich und es fügt sich so schön ins Schwanzgefieder ein, dass es auch nicht sichtbar ist. Das AltimeterThree kann ich so schnell entfernen, bzw. remontieren.

 

Das Altimeter3 lässt sich mittels einer App mit meinem Handy verbinden. Vor dem Flug montiere ich die „Blackbox“ auf den Taubenschwanz und schalte das System ein. Die App bringt dann die Aufforderung, eine Verbindung herzustellen und anschliessend zu starten. Im gleichen Moment starte ich die Tauben und meinen Chronographen als Vergleichszeitmesser.

Sind die Tauben, inkl. der Messtaube, nach dem Flug gelandet, kann ich erneut eine Verbindung herstellen, die Mission beenden und dann die Daten vom Altimeter auf mein Handy herunterladen.

Skala mit der Höhenmesskurve auf dem Iphone!
Angaben zum Flug!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Sensationell was sich mittels dieser Technologien messen lässt. Wir haben nun eine Methode, die wirklich objektive Messungen zulässt. Gegenwärtig werde die Höhen anhand der Grösse der Tauben, der Sichtbarkeit des Schwanzes, des Kopfes und des Flügelschlages geschätzt.

Die Wetterbedingungen mit unterschiedlicher Luftdichte, Feuchtigkeit und Beleuchtung sind Faktoren, die bei einer Bewertungen von Auge, schon Unterschiede ergeben und daher als subjektive Messungen angesehen werden müssen. Nur wenn auch hier eine gewisse Fehlerquote eingerechnet werden muss, haben doch alle Teilnehmer ausgleichende Bedingungen.

Brauchen wir unsere Wertungsrichter noch? Ich glaube schon! Ein Wertungsflug ist ja meistens auch ein kleiner gesellschaftlicher Anlass unter Gleichgesinnten auf den man nur ungern verzichten möchte. Sicher werden in Zukunft solche Altimeter zur genauen, nachträglichen Beurteilung, hinzugezogen werden.

Ich warte jetzt auf die nächste Generation Altimeter. Im Zuge der Miniaturisierung wird sicherlich bald noch ein kleineres, leichteres Modell entwickelt werden, dass dann an den Fussring der Taube angedockt werden kann.

Peter Berger

Die neue Generation 2018 am Start!

Eine kleine Vorserie meiner bunten Truppe!

Das erste wunderschöne, rote Gansel! Leider ist es bis zur Veröffentlichung des Bildes bereits in die Krallen des WF gefallen. Jammerschade!
1 x rot und 1 x schwarz aus einem schwarzen Paar!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

3 Fluggansel und 4 Altösterreichische Flug-Kiebitze!

 

 

 

 

 

 

 

in den nächsten Tagen wird die 2. Brut in der oberen Etage schlüpfen.
Bald müssen auch diese zwei Hübschen den Zuchtschlag verlassen.
Und auch diese beiden Hellstörche.
Man beachte hier den schön geformten Kot. Ein Indiz für gute Gesundheit!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Tag 1 im Flugschlag!
Der Futtertrog ist ja schon bestens bekannt.
Tag 2, wer das Wasser noch nicht gefunden hat, dem hilft die gefüllte Schale unter der Tränke!
Eigentlich möchten wir ja nach draussen!

 

Der Schieber ist geöffnet, wer wagt es zuerst?
Bald wird die nähere Umgebung erkundet und zum Sonnenbaden genutzt.
Am 3. Tag wagt man sich schon etwas weiter weg. Meistens ist die Voliere der Alttauben ein gerne angesteuertes und bekanntes Ziel.

Mein erster Wertungsflug 2018

 

Wie es sich heute für Top-Teams gehört, sind meistens auch ausländische Sportler involviert. Hier meine 3-jährige Täubin aus der Krombach-Linie mit dem blauen Farbing (ganz rechts) aus der Zucht von Roby Lung. Sie ist leider unfruchtbar, aber als Fliegerin bleibt sie bei mir!

Nachdem meine kleine Reserve-Gruppe Wiener Hochflieger bestehend aus 5 Hellstörchen und dem blauen Täuber, bereits seit Wochen, immer wieder tolle Flüge zeigte, stellte sich unserer Wertungsrichter Samu Baumgartner, spontan für eine Flugabnahme zur Verfügung. Am Samstag 31. März 11.00 Uhr sollte gestartet werden. Leider Hat sich das Wetter nicht ganz an die Prognosen gehalten, denn es regnete unaufhörlich. Zur grossen Überraschung und „glücklicherweise“, trafen dann noch unsere Zuchtfreunde Christian Kasper und Heinz Gerber bei uns ein. Dass meine, am Vortag verschickte Whatsapp-Meldung und -Einladung überhaupt Wirkung zeigte, war ja nicht selbstverständlich. Vielen Dank auch den lieben Kollegen, die sich sogar schriftlich entschuldigt haben. Wir Flugtübeler sind halt schon eine gute Truppe! So liessen wir es, bei Kaffee etc., weiterregnen.

Mit 90 Minuten Verspätung öffnete ich dann, dem Regen zu Trotz, meinem kleinen Flugstich das Starttor! Zwei Tage zuvor durfte ich, nachdem diese Tauben, ebenfalls bei Regenwetter, bereits 2 Stunden in der Luft verbracht hatten, zu einer Wanderung mit Freunden aufbrechen. Wie lange die Tauben dann weitergeflogen sind weiss ich nicht, jedenfalls waren sie abends in ihrem Schlag. Deshalb hatte ich schon gewisse Erwartungen!

Die Tauben zogen nach dem Start, wie es sich für Wiener Hochflieger gehört, sofort nach oben und erreichten schon nach 5 Minuten die obere Höhe, in der sie, jeweils mit kurzen Abstiegen in die mittlere Höhe, ihren ganzen Flug absolvierten.

„Glücklicherweise“, wie ich schon oben geschrieben habe, waren Christian und der sichtlich und fast ungläubig staunende Heinz zugegen, denn unter den gegebenen Umständen grenzt das Resultat  von   1017 Punkten in  217 Minuten und einem Index von 4.68, auch für mich, schon fast ans Unglaubliche!

Vielen Dank liebe „Flugbegleiter“, dass ihr so lange ausgeharrt habt.

 

Besuch aus dem fernen Elsass

Am 2. November durften wir, Christian, Samu und meine Wenigkeit, Roby Lung, den Wienerhochflug-Spezialsten aus Ingwiller im Elsass, bei uns im Baselbiet begrüssen.

Mit einem Schlagbesuch bei Christian begann die kleine Runde. Bei Christian fliegen einige Wiener aus Roby’s Zucht. Eine Flugdemo seiner Wiener Gespitzten, endete schnell mit dem  Auftauchen eines Wanderfalken. Zum Glück ist er erfolglos abgezogen und hat sich vermutlich dem ebenfalls über Zunzgen kreisenden Brieftaubenstich gewidmet.

Zum Mittagessen ging’s auf unseren Hausberg. Die Aussicht von der Kanzel der Sissacherfluh begeistert sogar uns „Eingeborene“ immer wieder, geschweige denn „Touristen“. Der Blick über das schöne Oberbaselbiet ist ja auch gewaltig! Leider hat sich das Alpenpanorama wie so oft, hinter einem Nebelschleier, versteckt.

Dank meiner Blitzidee vom Vorabend, eine WhatsApp-Nachricht an unsere Wienerleute zu versenden, haben sich  spontan weitere Hochflug-Freaks angemeldet. Wie zu erwarten habe ich auch einige Leider-Absagen erhalten. Der Beruf geht ja auf jeden Fall vor!

Nach dem Mittagessen, Franco stiess ebenfalls zu uns, ging es zurück zu meinen Tauben. Fritz und Pesche erwarteten uns bereits im Garten!
Wenn ich schon mal 4 Wertungsrichter gleichzeitig bei mir begrüssen durfte, wollte ich auf jeden Fall einen Flug meiner Himmelsstürmer von 8 Augen werten lassen. Nach dem Start zog der Stich sofort geschlossen und rassig auf Höhe. Aber nicht lange! Leider schlug der Wanderfalke auch bei meinen Tauben sofort zu und verstreute den Schwarm in alle Himmelsrichtungen. An eine Wertung war so nicht mehr zu denken, da der Räuber immer wieder störte und einen gültigen Flug nicht mehr zuliess.

In der wohligen Wärme unserer Stube, bei guten Gesprächen über Tauben, bis zum Video über einen sich selbst peitschenden Pfarrer, ging der Nachmittag nur zu schnell vorbei.

Vielen Dank für den gemütlichen Tag mit euch!

Peter Berger

Meine ersten Wertungsflüge 2017

Nachdem meine beiden Stiche, beide um die 30 Jungtauben, ansprechende Resultate flogen, bat ich unseren Zuchtfreund und Wertungsrichter Samu die nachstehenden Flüge zu werten. Es sind Hellstörche meiner Linien, Krombachs und 8 blaue Tauben aus 2 Zuchtpaaren. Start jeweils vormittags, was mit den jetzigen heissen Wetterbedingungen keine längeren Flüge erwarten lässt.

Mein 2. jüngerer Stich flog abends gegen 3 Stunden, aber da war, es ist ja immer so, kein Richter zugegen!

Nun hier meine erste Vorgaben:

21. August 2017   28 Wiener Hochflugtauben                                           391 Punkte   93 Minuten   4.2 Index    Richter: Samu Baumgartner

07. August 2017     24  Wiener Hochflugtauben                                        301 Punkte   77 Minuten   3.9 Index    Richter: Samu Baumgartner

 

Zu Besuch bei unserem Zuchtfreund Roby Lung.


Wenn ich mir estwas in den Kopf gesetzt habe, so versuche ich es auch durch zu ziehen. Dazu gehörte ein lange versprochener Revanche-Besuch bei Roby Lung im Elsass, der für 2016 vorgesehen war.

So geschah es, das Christian, Samu und ich am 21. Dezember, kurz vor Weihnachten aufbrachen,  nicht wie damals die 3 heiligen Könige aus dem Morgenland, um das Christkind zu suchen , sondern um unserem versierten Wienerzüchter und Flugrichter, Roby, im heimeligen Ingwiller einen Besuch abzustatten.

Wir  haben das Baselbiet bei strahlendem Sonnenschein hinter uns gelassen, um dann ab Basel nur noch eine dicke, neblige Wolkendecke über uns zu haben.

Dafür wurden wir dann von Roby und seiner charmanten Doris in ihrem pittoresken Heim, ganz herzlich empfangen.
dsc_1445

Uns interessierten natürlich zuerst die Anlage, die ich bis dahin nur von Bildern kannte, Ja da könnte man fast neidisch werden, ob dem Platz, der da dem Züchter und vor allem den Tauben zur Verfügung steht.

dsc_1451

An Gesprächsstoff fehlt es, wie wir wissen, bei unserem Hobby,  nie. So wurde von Anfang an eifrig diskutiert.

dsc_1468

 

dsc_1461

Ein Zucht-Abteil mit wunderschönen Wiener Hochfliegern, denen wirklich viel Raum zur Verfügung steht.

dsc_1453

Hier ein Abteil mit den Schwarz-gespitzten oder Geschwingten. Ein sehr attraktiver Farbenschlag der allen sofort ins Auge stach. Wiener Hellstörche, die mir zum Teil bekannt erschienen. Roby und ich haben nämlich letztes Jahr 3 Paare getauscht.

DSC_1458

Die roten Ciung, eine rumänische Flugtaubenrasse.

dsc_1447

Roby hat das Objekt, an dem ich schon lange herum studierte! Eine um die eigene Achse, drehbare Liege, die es erlaubt ohne aufzustehen, seine Position zu ändern um so seinen Tauben immer folgen zu können. Es fehlt nur noch die elektronische Steuerung und die zugehörige App auf dem Smartphone.

Nach einem herrlichen Mittagessen zu fünft,  in einer, in der Nähe, gelegenen Beiz, ging’s dann in die oberen Gefilde des Wohnhauses.dsc_1469

Im Estrich des typisch elsässischen Fachwerkhauses sind die Jugtauben oder die Flieger untergebracht.

dsc_1471

Ein Dachausflug wie wir ihn auch von alten Illustrationen kennen.

dsc_1472 dsc_1473

In diesen blitzsauberen Estrich-Abteilen, aus denen die Flugtauben, Stich für Stich, in den gemeinsamen Abflugkasten geleitet werden können, haben wir nur ganz hübsche Wiener und einige Ciung, Robys Zweitrasse, angetroffen.

dsc_1473_fotor

dsc_1477_fotor_fotor

Wie immer wenn es schön und interessant ist, verging die Zeit nur zu schnell und wir starteten zurück ins Baselbiet. Natürlich wie fast schon üblich, mit etwas Lebware im Kofferraum.

Vielen Dank Roby und Doris für den schönen Tag, den ihr uns da beschert habt. Wir kommen gerne wieder, wenn die Tage länger sind!

Noch ein Wertungsflug 2016 zum 2. Advent mit 433 Pt. 137 Min. und Index 3.16

Wertungsflug Wiener Hochflugtauben vom 3. Dezember 2016
433 Pt. 137 Min. 3.16 Index

Nachdem meine Tauben über die ganze Flugsaison immer stark vom Wanderfalken bedrängt wurden und daher kein ansprechendes Wettflugresultat resultierte, wollte ich meinen Hellstörchen noch einmal Gelegenheit geben, zu zeigen, was in ihnen steckt.

Als Züchter weiss man ja, was die Tauben leisten können! Leider muss man die schönsten Flüge meistens alleine geniessen . Also unternahm ich nochmals einen Anlauf, um  unsere Wertungsrichter zu aktivieren.  Erfreulicherweise haben sich alle bei mir gemeldet! Vielen Dank! Aus Vernunftgründen durfte der,  distanzmässig am Nächsten gelegene Samu, seines Amtes walten.

Bei bedecktem Himmel, einer Temperatur von +6° und relativ starkem Wind startete ich meinen Stich um 12.29 Uhr. Die 17 Hellstörche und 1 Dunkelgehämmerte zogen innert 8 Minuten in obere Höhe. Es wurde ein Flug der viel zu protokollieren gab. Also mit einigen Höhenwechseln. Der Wind liess dann etwas nach und der Himmel wechselte plötzlich zu einem mit leichter Bewölkung durchzogenen Blau. Die längste Phase in obere Höhe dauerte 51 Minuten, wovon 21 Minuten unsichtbar. Angriff eines riesigen Habichtweibes um 13.56 Uhr. Eine Taube stürzt und flüchtet in einen Baum. Prompt wird sie Opfer des Räubers! Der Rest fasst kurz darauf wieder zusammen und fliegt noch um die 20 Minuten weiter. Ein gestern verloren geglaubter Kiebitz fügt sich in den Stich ein. Alle landen gemeinsam nach 2 Std 17 Min.
Danke Samu für deinen Aufwand und deine Wertung!

Warme Klamotten waren für die Zuschauer dieses Fluges nicht die falsche Wahl! Den Akteuren in der Luft scheinen die kalten Temperaturen nichts anzuhaben.
Warme Klamotten waren für die Zuschauer dieses Fluges nicht die falsche Wahl! Den Akteuren in der Luft scheinen die kalten Temperaturen nichts anzuhaben.

 

Mein neues Gansel-Video September 2016

 

Diese Tauben sind immer wieder für eine Überraschung gut! Ihre variantenreichen Flugspiele, lassen mein Herz oft höher schlagen. Leider kriegt man nicht alles durch die Linse.

Allein ihre Färbung mit den grossen Kontrasten, bietet oft mehr tolle Effekte, im Spiel mit dem Licht der flacher stehenden Herbstsonne, als das Flimmern meiner Hellstörche!

 

Werbung für unser schönes Hobby!

Auffallen tun sie manchmal schon, meine fliegenden Tauben! Jedenfalls gewissen Leuten, die nicht , oder noch nicht mit Stöpseln in den Ohren oder dem Smartphone vor dem Gesicht durch die Gegend wandeln!

Zum Glück gibt es sie noch, Leute wie du und ich, die auch noch etwas von der Natur und allem was da „kreucht und fleucht,“ erhaschen.  So werde ich immer wieder auf meine Tauben angesprochen und oft auch richtig mit Fragen gelöchert! Natürlich gebe ich ja gerne Auskunft und erkläre meinem oft erstaunten Gegenüber, dass es keine Brieftauben, sondern Hochflugtauben seien und dass es noch hunderte andere Taubenrassen mit ihren einst angezüchteten Eigenschaften, Formen und Farben gäbe. Darunter meine langjährigen Favoriten, eine vom Aussterben bedrohte Spezie,  eben die rassigen Wiener Hochflugtauben!

Kürzlich, an einer folkloristischen Veranstaltung in unserer Strasse, kam ich mit  Heiner Oberer, seines Zeichens redaktioneller Mitarbeiter unseres Lokalblattes „die Volksstimme“ ins Gespräch. Der über uns in wilden Kehren anfliegende Taubenschwarm blieb auch ihm nicht verborgen. So kamen wir auf meine Tauben zu sprechen, was dann, wenig später zu unserem Interview führte.

Das Resultat kannst du unten lesen! Da ich ja viel mehr erzählte, als der gute Mann aufnehmen konnte, gibt es da eine kleine Ungereimtheit!  Fachleute wissen, das der Wanderfalke nicht, wie erwähnt,  10 Tauben aufs mal schlagen kann. Gemeint war natürlich dass er einige Tiere so verletzen oder verjagen kann, dass sie dann nicht mehr nach Hause zurückfinden. Es stimmt halt nicht immer alles so genau, was in der Zeitung zu lesen ist!

Anklicken zum Vergrössern!

thumb_IMG_1719_1024

Nachzuchten 2016

 

28. April 2016 – 35 frisch abgesetzte Jungtauben!

DSC_0036
Noch etwas erstaunt blicken die zukünftigen Flieger in die Linse!
thumb_IMG_3255_1024
Bin ich nicht ein hübsches Kerlchen?
thumb_IMG_3258_1024
Auch ein schöner Rücken kann entzücken!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

thumb_IMG_3266_1024 thumb_IMG_3271_1024

Nun gilt für die Jungmannschaft möglichst schnell futterfest zu werden! Die jungen Tauben picken nach allem was da herumliegt und ahmen den Geübteren vieles nach. Einige haben anfänglich oft Probleme die Tränke zu finden. Zugekniffene Augen sind ein Zeichen dafür! Hier hilft es , den Kopf des Täubchen schnell in die Tränke zu tauchen, was meistens mit gierigem Trinken quittiert wird.

thumb_IMG_3274_1024 thumb_thumb_IMG_3272_1024_1024

thumb_IMG_3267_1024
Ein mit Wasser gefüllter Teller in den die Tränke gestellt wird, hilft den Jungen das Wasser besser zu finden. Er wird jedoch rasch verschmutzt und sollte deshalb schnell wieder ausgewechselt werden.

Projekt Wiener Hochflug-Gansel 2016

dsc_1314

Bereits im „warmen“ Dezember 2015 habe ich meine 4 Gansel-Paare in einem separaten Abteil zur Brut schreiten lassen.  5 Jungtiere konnte ich als erste einfliegen, was sich als nicht ganz einfach erwies. Diese Jungtauben verweilten nicht lange auf dem Dach und hoben ab. Kreuz und quer wie das Wiener tun, stoben sie durch die Luft. Später waren sie ab und zu auf den umliegenden Dächern zu sehen, machten aber keinerlei Anstalten in ihren Schlag zurück zu kehren. Nach drei Tagen waren alle wieder anwesend und begannen alsdann auch mit dem Truppfliegen. Was sie von meinen Hellstörchen, mit denen sie nicht verwandt sind,  total unterscheidet ist, dass sie über grosse Strecken streifen. Manchmal blieben sie 30 Minuten weg, um dann in mittlerer Höhe wieder zu erscheinen. Natürlich kommt man in Versuchung zu denken, dass sie sich irgendwo niederliessen! Nachdem sie mir zweimal nach 150 und 200 Minuten in die Nacht flogen, bin ich überzeugt, dass sie das Fliegen im Blut haben. Flüge bis zu 4 Stunden waren in den letzen Tagen bald Gewohnheit. Letzte Woche, also Mitte April war der Falke da. Er war sofort nach dem Start, wie wenn er gewartet hätte, zu Stelle und ging auf Angriff. Am Abend waren wohl alle Tauben  wieder im Schlag, jedoch 2 verletzt, wovon die eine am Bauch genäht werden musste. Mal sehen wie es weiter geht. Schade wäre es vor allem um das schwarze Gansel (Bilder unten, oder im Beitragsbild oben im Zentrum , links davon das Nestgeschwister) Solche Tiere müsste man zurückhalten, um sie für die Zucht verwenden zu können!

Nachzucht 2016 aus dem roten Täuber von Roby Lung  und meiner blauen Täubin!

IMG_2511

3__#$!@%!#__Unbekannt
Ein nahezu ideal gezeichnetes Gansel schwarz 16 D 604 mit bereits 4 stündigen Flugabsolvierungen!

Unbekannt

 

 

 

 

 

 

 

thumb_thumb_IMG_3258_1024_1024
Baby-Gansel! Fast zu schön für die Risiken des Hochflugs!
img_4627
obiger Jungtäuber mit einer Tante. Zuchtpaar für 2017
img_5605
Ansprechend gezeichnete Gansel für die Zucht 2017

img_5608

dsc_1054
dsc_1059 Wir sind noch nicht alle optimal gezeichnet!
img_4959
Aber im Flug halten wir mit den Hellstörchen mit!

Flughöhen unserer Hochflugtauben, ein Bericht von Jürgen von Ramin.

Haben, durch den Einzug modernster Messmethoden im Flug-Wettbewerb, Wertungsrichter bald ausgedient?

Während bei allen Sportarten, bereits seit Jahrzehnten, die Zeit mit Stellen hinter dem Komma gemessen wird, Distanzen mit Laser vermessen werden, begnügen sich Flugtaubensportler bis jetzt, noch immer der althergebrachten, subjektiven Messmethoden. Eigentlich geschätzten Werten, was die Höhen anbetrifft!

Die moderne Technik macht’s möglich. Jürgen von Ramin hat über seine Studien und Versuche mit einem Mini-Altimeter, einen sehr interessanten Bericht verfasst, den er in der Geflügelzeitung erscheinen liess und den ich Nicht-Abonnenten der GZ nicht vorenthalten möchte.

GZ Artikel Höhenmessung

 

Projekt Wiener-Hochflug-Gansel

 

DSC_2712
Elternpaar blau gespitzt. Bemerkenswert ist, dass die Täubin neben weissen Abzeichen, bereits ein dunkles Auge links und ein Perlauge rechts, besitzt.

Im Beitrag vom Juli 2015 habe ich über die grosse Ueberraschung berichtet, die mir obiges Zuchtpaar bereitet hat.

Heute bin ich einen Schritt weiter! Wie gross der Schritt aber ist, wird sich noch weisen! Vielleicht sind es noch viele kleine Schritte die ich vor mir habe, um die schon recht ansprechend gezeichneten Fluggansel, bis zur Reinzucht zu bringen. Ein Unterfangen, bei dem es gilt, die exzellenten Flugleistungen, die alle Ahnen und Nachzuchttiere des Ausgangs-Paares zeigen, zu erhalten.

Vom Elternpaar habe in der Saison 2015,  12 Jungtiere gezogen.  Teilweise durch  Ammenaufzucht, um diese Anzahl zu erreichen. Davon fielen 3 reine Gansel, 1 asymetisches Gansel mit blauem Flügel rechts. Diese 4 Jungtauben sind Täubinnen. Ein einziger Täuber zeigt Ansätze zum Gansel  und wie die 4 Täubinnen dunkle Kirschaugen. Die anderen Jungtiere sind alles Weiss-Spitzer mit Perlaugen. 

IMG_2462
Geschwister-Paar, Täuber mit Gansel-Anlagen!

 

 

 

 

 

IMG_2465
Täuber rechts zeigt Ansätze zum Gansel. Beide Augen kirschenfarbig.

 

 

 

 

 

 

 

Hier beginnt meine kleine Geschichte, die bei den doch grossen Distanzen, die wir Flugtaubenzüchter auseinander liegen, ohne moderne Kommunikationsmittel wie Internet etc. nicht so schnell zu verwirklichen gewesen wäre.

Nun aber,  wie verfährt man weiter? Meine Weiss-Spitzer sind verwandschaftlich sehr eng, in Linie gezüchtet. Ich brauche also neues Blut mit ähnlichen erblichen Voraussetzungen! Vor allem, die fliegerischen Anlagen müssen gegeben sein! Jürgen von Ramin  gab mir den Tip, mich an  Herrn Schwegel zu wenden. Er habe vom leider verstorbenen Zuchtfreund Karl Krombach, Schwarzspitzer übernommen und nun ebenfalls Gansel bei seiner Nachzucht erhalten. Bei Herr Schwegel waren aber besagte Tauben nicht, aber durch ihn wurde ich an Wolfgang Nitzschke in Spesbach, Rheinland-Pfalz, weitergeleitet. Er antwortete umgehend und bestätigte, dass aus seinen Schwarzspitzern auch teilweise Gansel-Nachzucht fallen würde. Spontan anerbot er sich, mir seine im Moment einzige  in Frage kommende Taube, ein blaues Gansel, zu überbringen, da er ja sowieso schon lange gerne bei mir vorbei kommen wollte. Sein Besuch, in Begleitung seines Zuchtfreundes Rheinhold, hat mich natürlich überaus  gefreut.

IMG_2585
Gansel-Täuber vorne von Wolfgang Nitzschke
IMG_2595
Gansel-Täuber rechts stammt aus Schwarzspitzern von Wolfgang Nitzschke.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Bei unseren interessanten Gesprächen durfte ich von Wolfgang erfahren, dass auch Roby Lung aus Ingwiller im Elsass, Schwarzspitzer von Krombach übernommen habe und seines Wissens in der Nachzucht z. T. Rote  Tauben mit „Ganselansatz“  gefallen seien.

Roby Lung, den ich kurz darauf kontaktierte, war ebenfalls sofort bereit mir zwei solche, in Frage kommende Tauben, zu überlassen.  Auch er überbrachte mir seine beiden Roten spontan und beehrte mich mit seinem Besuch. Wenn so eingefleischte Züchter aufeinander treffen, wird es nicht langweilig. So verstrich die Zeit nur zu schnell,  wie kann es anders sein, mit hochinteressanten Fachgesprächen und Erfahrungsaustausch, zum Thema Wiener-Hochflugtauben.

IMG_2523
Roter Täuber1 mit weissem Gesicht und weissen Anflügen am Flügelbug. Ansätze zum Gansel. Aus  der Zucht Roby Lung !
IMG_2511
Roter Täuber 1 von Roby Lung, DIe Täubin ist ein asymmetrisches Gansel.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Nicht vergessen will ich Gerhard Krapf aus Berka Werra in Thüringen, der mir aus seinem bunten Wiener-Strauss ebenfalls 2 gescheckte Tauben mit Kirschaugen überlassen hat. Leider sind beide Täubinnen! Evtl. kann ich sie später verwenden. Bemerkenswert ist, dass ein befreundetes Ehepaar von Gerhard, die Tauben anlässlich einer Reise in die Schweiz, freundlicherweise überbracht hat.

Nun stehen sie da, die zukünftigen Zuchtpaare, vorerst auf dem Papier und meinen Bildern! Das Glück war mit hold, dass  sich diese 3 neuen Tauben alle als Täuber entpuppt haben. Ich bin gespannt, was aus diesen Paaren resultieren wird!  Sind es im Idealfall Gansel, vielleicht wieder Weissgespitzte, oder einfach Schecken? In einigen Wochen werde ich mehr wissen und die Bilder der ersten Nachzuchttiere hier einfügen.

IMG_2572
Roter Täuber 2 von Roby Lung
IMG_2556
Roter Täuber 2 von Roby Lung

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Roby, überliess mir zudem 3 Paar ganz schöne Krombach- Hellstörche seiner Flugmannschaft und ging, mit einigen bewährten Tauben aus meinem Wettflug-Stich, auf die Heimreise. Das Ziel ist, die daraus resultierende Nachzucht mit den eigenen Tauben im Flug zu vergleichen und allenfalls auch zur Blutauffrischung in die eigenen Bestände zu integrieren. 

Es verbleibt mir im Moment allen beteiligten Zuchtfreunden, die mir spontan mit Tips, Rat und Tat beigestanden sind, ganz herzlich zu danken. Keine Selbstverständlichkeit, sind wir doch alle mehrere Autostunden entfernt.  Ob aus meinem Gansel-Projekt was wird, wird sich weisen. Leider besitze ich nicht genügend Räumlichkeiten, um mein Projekt im ganz grossen Stil durchzuziehen. 

Mein Ziel wäre, diesen alten, attraktiven, vermutlich beinahe ausgestorbenen Farbenschlag der Wiener Hochflugtauben, wieder zur Wettflugreife zu bringen!

IMG_2544
Portrait meiner Fluggansel-Täubin vom Geschwisterpaar

 

Die beiden nachstehenden Bilder sind  Gansel aus meiner früheren Versuchsreihe! Leider wurden sie seit Generationen nur noch in Volièren gehalten!

DSCN6722
Portrait eines Fluggansels, wie sie noch anzutreffen sind. Leider sind auch sie nur noch Ausstellungstauben.
Nikon D7000 012
Gansel wie oberes Bild! Man beachte die Kopfform und den kurzen Schnabel.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Im nachstehenden Video das ich auf auf YouTube entdeckt habe, sehen wir einen sehr grossen Stich geelsterter Flugtauben. polnische „Golebie Murzyny“ Die weissen Flügelspitzen erzeugen im Sonnenlicht einen ausserordentlich schillernden Effekt!

Genau so attraktiv sehen auch Wiener Hochflug-Gansel im Flug aus!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Flug-Video meiner Zuchttauben!

Meine Wiener Hochflug-Zuchttauben bei ihrem Flugspiel!

Noch vor kurzer Zeit war es undenkbar, unsere Zuchttauben, die gleichzeitig auch die Zucht-Reserve bilden, fliegen zu lassen. Zu stark war der Druck durch die geflügelten Feinde! Wenn Elterntiere geraubt werden ist auch in den meisten Fällen die nachwachsende Brut dem sicheren Tod geweiht. Während wir Taubenzüchter, bei bereits grösseren Kücken, künstlich nachhelfen können und die Jungbrut von Hand, mit viel Mühe und Aufwand, aufziehen können, haben unzählige Jungvögel in der Natur keine Chance hochzukommen. Sie verhungern elendiglich und unbemerkt in ihren Nestern!

Dies hat zur Folge, dass die meisten Taubenzüchter ihre wertvollen Zuchttiere fast nur noch in den Schlägen und Volieren halten können. Tauben zählen zu den wenigen, in Menschenobhut betreuter Tiere, denen noch ein wirklich artgerechtes Leben geboten werden kann. Infolge dessen, macht ein Festhalten der Tauben für uns Flugtaubenzüchter wenig Sinn. Diese Tauben wollen fliegen und sie tun dies wirklich freiwillig und haben offensichtlich ihre Freude an der Bewegung im freien Luftraum.

In meinem Video können Sie dies miterleben! Auch nach einigen Wochen Brut- und Aufzuchtzeit sind die Taube sofort wieder in Hochform und beweisen dies mit ihrem tollen, rassigen Flugspiel.

1. Wertungsflug – Samstag 5. Sept 2015 – 158 Min. – 648 Pt. – 4.1 Index

Ein gut gelungener Wertungsflug

Nachdem zwei Wettflug-Versuche kläglich gescheitert sind, flogen meine Tauben der 1.  Brut ein gutes, ansprechendes Resultat!

Eine Flugdauer von 158 Minuten mit einer Punktzahl von 648 und einem Index von 4.1, kann sich, bei rassigen Stilflugtauben, sicher sehen lassen.

Wie ich in meinem vorangegangenen Beitrag erwähnt habe, ist der ganze, sehr hoffnungsvolle Stich der 2. Brut entflogen, einfach abgedreht! Ein Versuch mit dem Stich der 1. Brut scheiterte am Samstag 29. August kläglich. Bei 32 Grad Hitze flogen die Tauben gerade einige Runden um alsdann sofort wieder zu landen. Ich habe meine Tauben noch nie so erlebt, hechelnd mit geöffneten Schnäbeln suchten sie sofort ihren Schlag auf.

Nun,  eine Woche später, bei einem Thermometerstand  um 16 Grad, waren die gleichen Tauben nicht wieder zu erkennen.  Um 16.24 Uhr startete ich meine Tauben. Sie zogen sofort nach oben und erreichten die Punkthöhe nach 6 Minuten. Dies obwohl zwei Tage zuvor, eine Taube dieses Stiches, vom Wanderfalken, kurz nach dem Start, in Haushöhe geschlagen wurde.

 

Leider trüben in letzter Zeit, hoffentlich nur durchwandernde Falken, die Freude an schönen Flügen!

Es wurde für mich ein nervenzehrender Flug! Nach sehr langer Unsichtbarkeit des Stiches, setzte zu allem Uebel leichter Regen und starker Wind ein und dunkle, nicht erwartete Wolken, schoben sich recht tief unter die obere, weisse Wolkenschicht. Wir wähnten meine Tauben zwischen diesen Schichten und ich fürchtete bereits wieder ein grosses Debakel.  Das durfte nicht wahr sein! Es kam zu meinem grossen Glück doch noch gut. Im Nord-Osten erspähten wir die 24 Pünktchen in höchster Höhe, aber nicht im Süd-Westen, wo wir den Stich zuletzt gesichtet hatten. Vermutlich sind die Tauben ganz clever der Wolkenbank ausgewichen und haben das schlechte Wetter umflogen. Die eng zusammen fliegende Schar liess sich etwas sinken um nach einer guten halben Stunde im oberen Bereich der mittleren Höhe , erneut auf Punkthöhe zu steigen. Alsdann entschwanden sie unseren Augen erneut.  Der grosse Unterschied war nun, wir hatten einen praktisch wolkenlosen, strahlend blauen Himmel über uns und dennoch  blieb der Stich lange Zeit unauffindbar. Samu Baumgartner, mein Wertungsrichter, erspähte ihn zuerst. Nun durften wir noch einen schönen Bilderbuch-Flug geniessen. Mit Schwenken und Wenden, szintillierend im Abendlicht, zogen die Tauben tiefer um nach der Landung innert 5 Minuten in ihren Schlag einzuspringen.

Ein wunderbares Gefühl, seine Tauben wieder im sicheren Schlag zu wissen!

Abgedreht! Wo sind meine Tauben geblieben?

IMG_1010Der Titel klingt ja nicht gerade gut! Leider ist am Sonntag 2. August 2015 ein Ereignis eingetroffen, das schon in alten Taubenbüchern immer wieder beschrieben worden ist. Das Abdrehen ganzer Stiche. Ein Phänomen das ich bereits in früheren Jahren erleben musste, aber in den letzten Jahrzehnten bis zum  letzten Jahr,  bei meinen Wienern nie mehr aufgetreten ist. Ja, ich habe sogar propagiert, dass meine Tauben abdreh-sicher seien.  Nun, man lernt bekanntlich nie aus!

Nachdem meine beiden Stiche der ersten und zweiten Brut, schon im sehr jungen Alter beachtliche Flüge zeigten, habe ich Samu Baumgartner angefragt, ob er bei mir einen Flug werten würde. Ich rechnete mit einem Flug um die zwei Stunden, aber mit gutem Index. Mit dem Wissen, dass auch ein Wanderfalke, der seinen Standort ziemlich weit weg haben muss und meine Tauben fast täglich , allerdings nach längerer Flugzeit angriff, durfte ich sicher einen Preisflugversuch starten.

Ich entschloss mich für den jüngeren Stich, der schon am Freitag 24. Juli, ein unerwartetes, heftiges Gewitter, durchflogen hat und nach ca. drei Stunden vollzählig um 21 Uhr 30 gelandet ist.

Am Sonntag starteten die Tauben verheissungsvoll. In nur 4 Minuten erreichten sie Punkthöhe, zeigten einen rassigen, allerdings ziemlich grossräumigen Flug und waren dann zeitweise unsichtbar. Nach 28 Minuten wurden sie das letzte Mal protokolliert und seither fehlt, trotz unserem, in den makellos blauen Himmel Starren, jede Spur. Bis heute ist leider keine Taube zurückgekehrt!

Und, obwohl auch in den alten Büchern steht, dass Wiener Hochflieger gut züchten und solche Verluste zu verschmerzen seien, tut es mir sehr weh und ich möchte schon wissen, wo eine solche Menge Tauben abgeblieben ist.

Es handelt sich  um Ringnummern zwischen CH8  15   B633 – B 668. Alles Hellgestorchte und 2 Blaue.

Deine Mitteilung würde mich sehr freuen!     Natel 079 459 21 59

Die magere Bilanz dieses unglücklichen Fluges

05. Aug. 2015 Taube 15 B 644 ( Bild )ist bis jetzt als einzige, in guter Verfassung zurückgekehrt.

IMG_1306
15 B 644

 

16. Aug. 2015  also genau 14 Tage nach dem Verlust der Tauben, wurde mir eine verletzteTaube von einem sehr netten, besorgten Herrn aus Freiburg  i. B. gemeldet. Leider ist sie noch am selben Tag eingegangen.

4. Sept. 2015 ein Monat nach dem Abdreh, hat eine weitere Taube 15 B 648 zurückgefunden. Die blaue Taube stand heute Abend bei der Fütterung vor dem Einflug. Wohlgenährt in bester Kondition! Auf welchem Schlag war sie wohl? Und ist nun ausgebüxt!

IMG_1513

 

Also wo ist der Rest! Wenn Dir die Tauben gefallen, ich schenke sie Dir, aber melde Dich, ich möchte wirklich wissen wo meine Tiere abgeblieben sind. Rein aus Forscher-Interesse!

Eine sprichwörtlich schöne Ueberraschung! Fluggansel!


Die grosse Uberraschung schlechthin, hat mir mein blaues, weiss gespitztes Zuchtpaar (Bild oben) bereitet. Für das Zuchtjahr 2015 stellte ich meinen einzigen verbliebenen Täuber an eine Täubin (rechts oben), die ich von einem befreundeten Züchter zurück bekommen habe, nachdem in meiner Zucht keine passende Täubin verfügbar war. Samu, vielen Dank!

Eigentlich wusste ich, dass die beiden verwandschaftlich sehr nahe stehen. Die Aufzeichnungen in meinem PC zeigten, dass der Vater des Täubers und der Grossvater der Täubin identisch sind. Nur welcher Züchter liebt es nicht, Experimente zu starten?

Noch im frühen Frühjahr wurde ich von einem  Interessenten aus Lichtenstein derart bekniet,  bis ich einwilligte, ihm dieses, in meiner Zucht einzige und etwas aussergewöhnliche  Zuchtpaar, zu überlassen. Glücklicherweise hat sich dann besagter Mann nicht mehr gemeldet und die Tauben blieben somit auf meinem Schlag.

Vermutlich war es eine Fügung, die sich für mich zu einer wunderbaren Sache entwickelte.

Das erst Gelege, kurz nach der Verpaaarung unterlegte ich meinen arabischen Trommlern. Es wurden, wie nicht anders erwartet, zwei normal gespitzte Tauben!

IMG_1073
3 verbliebene Tauben der ersten beiden Bruten. Die Täubin rechts mit gescheckten Kopf hat ein Perlauge
IMG_1069
das linke Auge ist dunkel, wie beim Muttertier!

 

 

 

 

 

Die reguläre Brut im Zuchtschlag brachte ebenfalls ein gespitztes Pärchen. Dann die nächste Brut! Nur ein Jungtier schlüpfte und entwickelte sich, welche Ueberraschung,  zu einem herrlichen blauen Gansel, wie die Elsterzeichnung bei den Wiener-Rassen genannt wird.

IMG_0887
Das erste Gansel der Serie!

Nun war natürlich mein Interesse geweckt! Die folgenden Eier schob ich unter ein Kiebitz-Paar und wieder entwickelten sich ein Gansel und ein farblich, asymmetrisch geschecktes Junges. Diese Taube ist von der echten Seite betrachtet ein Gansel, der andere Flügelschild ist blau gescheckt mit schwarzen Binden.

DSC_3562
rechts gescheckt mit Binden
DSC_3559
von links ein perfektes Gansel

DSC_3554









Ein von den Eltern aufgezogenes Gelege brachte wiederum ein reines Gansel sowie ein mehrheitlich blaues Geschwister.

IMG_1080
2 Nestpaare, rechts das 1/2 Gansel wie oben, 2. von links Schecke.

 

In der Folge ein weiteres, ungleiches und das jüngste Nestpaar!

DSC_3566
Gansel links und blau gespitzt rechts!

 

Ich bin gespannt, ob und wie weit sich dieser Farbenschlag in der Folge festigen lässt.

Vermutlich  würde dies die Renaissance, einer  ausgestorbenen Hochflug-Rasse bedeuten. Wer hat noch Wiener mittel/langschnäblige Wiener Hochflug-Gansel, die wirklich noch die vorzüglichen, ureigenen Flugeigenschaften besitzen?

Die Ausgangstiere, sowie die bisherigen gespitzten Nachkommen, sind allesamt Superflieger, die sich zudem durch ein sehr gutes Heimfinde- und Orientierungsvermögen auszeichnen.

IMG_1088

Vielleicht hast Du schon ähnliche Erfahrungen gemacht! Ich freue mich natürlich über jede Zuschrift!

Gansel-Trio
Gansel-Trio

 

 

Zuchtpaare 2015

 

Meine Zuchtpaare für 2015 sind zusammengestellt und verpaart! In diesem Jahr liess ich die erfolgreichen Paare von 2014 praktisch alle zusammen.  Nach dem Motto: “ Never change a winning team“!

WIENER HOCHFLIEGER

Mit den blauen und dunklen Wiener Hochfliegern experimentiere ich sehr gerne. Sie führen alle Blut meiner Hellstörche, werden aber nicht in diese zurückgekreuzt.

 

ALTÖSTERREICHISCHE FLUG-KIEBITZE

Diese, in der Schweiz sehr seltene Rasse, hätte eine eine grössere Verbreitung verdient. Ernsthafte Interessenten  für die Zucht dieser sehr angenehmen und flugfreudigen Taubenrasse, dürfen sich gerne bei mir melden!

Wertungsflug 3 2014, 1017 Pkt. 213 Min. Index 4.4 – 189 Min. Preishöhe

IMG_6573

3. Wertungsflug vom Samstag 22.  November 2014

Nachdem mein toller Stich der 2. Brut, der konstant zuverlässige Resultate geflogen hat, kurz nach dem Wertungsflug vom 14. August auf Nimmerwiedersehen entschwunden ist und nur 6 von 21 Tauben den Weg zurückgefunden haben, blieb mir ein ebenso grosser Stich der 1. Brut, der sich bis anhin nicht mit besonderen Leistungen auszeichnete.  Meine ganze Konzentration richtete sich nun auf die verbliebenen Tauben. Ich wusste ja, dass im November oft noch wunderbare Flüge zu erwarten sind. Gute Wetterkonstellation vorausgesetzt, kann ich meine Tauben bis zu den Wintereinbrüchen mit den ersten Schneefällen, fast täglich fliegen lassen.

Dazu kommt, dass wie bereits gesagt, der grösste Feind unserer Tauben, der Wanderfalke, im Moment glücklicherweise nur noch vorübergehend Präsenz zeigt.

Nachdem besagter Stich plötzlich unglaubliche Fluglaune zeigte, er flog als beste Trainingszeit 4 Stunden 26 Minuten, wovon mehr als 3.5 Stunden in Höhen wo die Tauben nur noch mit dem Fernglas auszumachen waren, musste unbedingt nochmals ein Fachmann ans Werk! Unser sehr versierter Zuchtfreund Christian Wingeier sagte mir spontan zu, am Samstag 22. Nov. 14, den Flug meiner Mannschaft der vermeintlichen 2. Liga, zu werten.

Christian an der Arbeit!
Christian an der Arbeit!
DSC_8728
Wo sind sie wohl?

 

 

 

 

 

 

Den weiteren Verlauf  entnehmen sie bitte  der Mail von Christian an Hochflug-Obmann Peter Reinhard

Zitat:

Hallo Pesche
Im Anhang stelle ich dir das Protokoll der Hochflug-Abnahme vom Samstag bei Peter Berger zu.
Es ist was los in der Hochflugtaubenszene! Und für einmal sind es nicht Junge die die Musik machen, sondern junggebliebene Rentner, die der Ehrgeiz gepackt hat und ihre wieder gewonnene „Freizeit“ sinnvoll nutzen.
Glaub wir zwei müssen schauen, dass wir uns auch pensionieren lassen können 🙂
Noch nie gab es in der Geschichte VSF drei Hochflugabnahmen in einem Jahr mit über 700 Punkte!
Der Flug am Samstag war seeeeehr gut, auch wenn der Start dies nicht hätte erahnen lassen. Peter hatte dem Team eine bereits für die Zucht 2015 vorgesehene Täubin zu gefügt mit dem Gedanken, dass mit 21 Tieren am Start, 7 landen dürfen ohne dass der Flug als beendet gilt. Diese Täubin wollte aber gar nicht fliegen und landete bereits um 11:22. Zwei Minuten später sah es danach aus, dass der ganze Stich landen würde. Doch sie zogen ab und verharrten weiter in unterer Höhe. Um 11:39 erreichten sie endlich Mittlere und von da war die Handbremse gelöst und die „Post“ ging ab. Auch Peter löste sich sichtlich! Vorher liess er sich schon mal zum Satz hinreissen, dass er NIE mehr einen Wertungsrichter bestelle! Glaub, dies hat sich nun erledigt 😉
Ab 12:17 flogen die Tauben auf unsichtbar. Mit dem Fernglas konnten der Stich verfolgt werden und ab und zu waren die Tauben mit blossem Auge zu sehen. Ein kleiner Schwenker und schon waren sie wieder verschwunden. Einfach herrlich!
Da die Tauben konstant die Position hielten, war die Kontrolle einiges einfacher und trotzdem ging das Hochstemmen des Fernglases in die Arme.
Für mich eher überraschend war der schnelle Abstieg. Vermutlich lag dies schon etwas an der fortgeschrittenen Tageszeit. Für den Index war dies natürlich positiv und der Langsamstart damit wieder wettgemacht.

Zitat Ende

DSC_8731

Das Genick schmerzt schon langsam!


Wo sind sie?
Die Punkte werden gezählt

 

 

 

Resultat: 1017 Pkt.  213 Min.  Index 4.4

pdf flugprotokoll peter berger 22.11.2014

Meine Freude über den speziellen Flug ist natürlich riesengross! Ganz herzlich bedanke ich mich bei Christian, der  geplante Samstags-Arbeiten an seinem Taubenschlag spontan sausen liess und sich einmal mehr für unser schönes Hobby einsetzte!

 

 

 

 

Wertungsflüge 2014, 1. 725 Punkte, 200 Min. Index 3.63 – 119 Min. Preishöhe und 2. 300 Punkte, 85 Min. Index 3.53 – 52 Min Preishöhe

 

Wertungsflüge die mein altes Züchterherz höher schlagen lassen!

Nach einem sehr schönen Flugsommer, nicht was das Wetter betraf, aber mit vielen, ungestörten Trainingsmöglichkeiten, wie ich sie seit Jahrzehnten nicht mehr erleben konnte, durfte ich in diesem Spätsommer viele Super-Flüge meiner Tauben geniessen. Die zu zahlreichen Wanderfalken scheinen nämlich unsere Gegend verlassen zu haben! Wie oft habe ich mir in solchen Momenten einen Flugrichter oder sachverständigen Kollegen herbei gewünscht. Nicht dass es mir um das Einheimsen von Preisen ginge, aber wer möchte das Flugvermögen, ja die Leistung und damit das Können seiner Flieger, nicht wieder einmal bestätigt wissen. Mein Stich der zweiten Brut ist besonders aufgefallen, blieben doch diese Tauben seit Wochen  immer wieder um die 3 Stunden in der Luft, wovon bemerkenswert hohe Zeit-Anteile unsichtbar hoch oder in Punkthöhe.  (Die einzelne Taube ist nur noch als Punkt wahrnehmbar, oder hier resultieren die höchsten Punkte).


Samuel Baumgartner
Samuel Baumgartner

Samu Baumgartner, frisch gebackener Flugrichter, erklärte sich bereit, am Samstag 30. August 2014 , den Flug meiner Tauben zu bewerten.

 

 

 

Trotz eines, von  den üblichen Trainingszeiten verspäteten Startes, zogen die Tauben sofort auf Punkthöhe. Wären sie nach dem Abstieg nicht noch etwas in der unteren Höhe herumgebummelt, wäre auch der Index besser ausgefallen.

Wertungsflug vom 14. August 2014:  725 Punkte, Zeit 200 Min. Index 3.63

pdf flugprotokoll peter berger, 30.08.2014

Wertungsrichter Samu Baumgartner in hoher Konzentration den Himmel absuchend.
Wertungsrichter Samu Baumgartner in hoher Konzentration, den Himmel absuchend.

 

 

 

 

 

 

Uebrigens, alle nachstehenden Aufnahmen habe ich mit meiner Nikon D7000 mit Tamron Zoom-Objektiv 18 -270 also mit 15-facher Vergrösserung heran gezoomt.

DSC_8313
mit unbewaffnetem Auge, waren die Tiere oft nicht mehr sichtbar!
DSC_8307
oder verschwanden in den Wolkengebilden!

DSC_8311

Gegen Ende des Fluges wurden die  Schwenker und Achter auch etwas ruhiger.  Die Tauben schalteten auf Sparflamme oder in einen höheren Gang und zogen Kreise, wie man es bei Tipplern oder meinen Kiebitzen gewohnt ist.

Meine Annahme, dass es sich bei den rassigen Schwenkern auch um eine gewisse Unsicherheit und Abwehrreaktion handeln muss, hat sich in dieser Saison bestätigt. Die Wanderfalken scheinen unsere Gegend als Standvögel, hoffentlich nicht nur vorübergehend, verlassen zu haben. Nun fliegen meine Tauben, irgendwie unbekümmert und lustvoll, diese für meine echten Wiener doch ungewohnt, langen Flugzeiten.

DSC_8325

DSC_8323
Flugstich 15. August 2014

 

Wertungsflug vom 4. Okt. 2014:

300 Punkte, Zeit    85 Min. Index 3.53

pdf flugprotokoll peter berger, 04.10.2014

Die Tauben waren während meiner Ferien 3 Wochen im Schlag. Allerdings wähnte ich sie, nach 10 Tagen Training, bereits wieder in Form. Leider verliessen einige Tiere den Pulk in Punkthöhe ohne sichtbaren Grund.  Am Folgetag wurde mein 2. Stich ebenfalls in Preishöhe von einem Falken angegriffen. Dieser Raubvogel dürfte auch gestern der Grund für den kürzeren Flug gewesen sein!

DSC_8326


DSC_8313 DSC_8309