Tauben-Feinde

Zu den Schattenseiten mit denen sich Flugtauben-Züchter arrangieren müssen, gehört zweifelsohne, die immer stärker werdende Präsenz der gefiederten Räuber! Vor allem Wanderfalke, dann Habicht und Sperber, machen unseren Tauben das (Ueber)-Leben schwer!

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Wanderfalke Altvogel,  Quelle Internet (© Jari Peltomäki)

Trotz dem Wissen und der Akzeptanz, dass diese Vögel vor unseren Flugtauben da waren, bereiten sie uns doch vielerorts oder praktisch überall grosse Sorgen.

Was können wir dagegen tun? Eigentlich gar nichts! Ausser zu hoffen, dass der Wanderfalke, wie sein Name sagt, weiterwandert, was im Herbst oft geschieht.

Nur noch Taubenrassen züchten, die eine gewisse Chance haben, den schnellen Jägern zu entkommen.

Wanderfalke, Vogel des Jahres 2018

Artikel von Birdlife, erschienen in der Volksstimme Sissach, Febr. 2018

Meine Anmerkungen:

Zweifelsfrei ist der Wanderfalke der schnellste und eleganteste Raubvogel überhaupt. Seine Jagdmethode hat für jeden Beobachter sicher etwas faszinierendes, wenn es denn nicht die eigenen Tauben sind, die als Gejagte herhalten müssen. Und, Tauben stehen an erster Stelle auf dem seinem Speiseplan. Beringte, also private Tauben! Davon können sie sich anhand der vielen Webcams, die ihre Bilder weltweit ausstrahlen, leicht überzeugen!

Dass Taubenzüchter pauschal als Vergifter und Schützen bezeichnet werden, kann ich so nicht stehen lassen. Leider hatten wir die bekannten Giftfälle, die vermutlich keine Wiederholung finden werden. Wie und wo aber Wanderfalken in unserer stark besiedelten Schweiz unbemerkt geschossen werden können, dazu bräuchte es schon ausserordentliche Fähigkeiten. Taubenzüchter sind in der Regel grosse Tier und Naturliebhaber. Niemand kennt die Wanderfalken besser als Flugtaubenzüchter, die mit den entsprechenden Problemen konfrontiert sind. Stellen sie sich an den Platz, wenn liebevoll aufgezogene Jungtauben, manchmal auf ihrem ersten Flug gegriffen und vernichtet werden. Da kommt schon Wut auf! Nur, da können wir Taubenzüchter höchstens die Faust im Sack machen.

Was würden sie sagen und empfinden, wenn ihre junge Katze oder ihr Hundewelpe vor ihrem Haus von einem Raubtier gerissen würde. Auch das wäre Natur und müsste akzeptiert werden.

Der Wanderfalke ist zurück, er braucht den besonderen Schutz, der ihm durch gewisse Organisationen zukommt, nicht. Mit besonderem Schutz meine ich die Förderung durch Anbringen von Nisthilfen an Gebäuden, Hochkaminen, Kühltürmen, in Städten etc. Diese Hilfen fördern wohl die Bruttätigkeit des WF, die Sterblichkeit dieser ausfliegenden Jungfalken dürfte aber extrem hoch sein, da sie, einmal ausgeflogen, sich an den glatten Gebäudeflächen nicht festkrallen können und in die Häuserschluchten abstürzen. Im Gegensatz zu Naturbruten in Felswänden wo die Jungvögel guten Halt an den rauhen Felsstrukturen und Pflanzen, finden! In Städten sind zudem die Stadttauben keine leichte Beute! Sie sind schlau und sehr Fluggewandt. Der Wanderfalke der seine Beute nur im Flug greift, hat in der Enge zwischen Gebäuden keine grosse Chance Beute zu schlagen. Das Stadttaubenproblem wird dadurch praktisch weder beeinflusst noch gelöst.

 

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Sperber auf Ausflugkasten!

Manch ein Taubenzüchter hat das Handtuch geworfen und seine Taubenzucht an den berühmten Nagel gehängt, weil er es nicht mehr mitansehen konnte, wie seine Lieblinge abgeschlachtet werden.

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Jungsperber auf meinem Taubenhaus

 

 

 

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Sperber in meinem Garten

 

 

 

 

 

 

Auf frischer Tat ertappt!

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Sperberweibchen mit noch lange lebender Türkentaube im Nachbarsgarten!

 

Gewisse Tauben-Rassen sind absolut chancenlos! Ihre angezüchteten Attribute  wie unharmonischer Körperbau, breite Schwänze, übermässige Fussbefiederung und breite, die Sicht versperrende Hauben sind für frei fliegende Tauben  eine Behinderung. Auch Langzeitflieger, mit ihrem leichten, schmetterlingshaften Flug, werden darum allzu oft Opfer der schnellen Räuber.

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Habicht (Quelle Internet a66_jutta-mann_sept2012)

 

 

 

 

 

 

 

 

Luftkampf über Sissach, Wanderfalken vs Wiener Hochflugtauben

 

 

Einige Opfer! Zartbesaitete bitte nicht weiterscrollen!

Unglaublich in welchem Verletzungszustand Tauben nach Hause kommen! Oft, um nur noch zu sterben!

Stelle dir vor deine Hauskatze oder dein Hund kommen in diesem Zustand Hause! Auch wir Taubenzüchter lieben unsere Tauben!

Mit den folgenden Bildern möchte ich versuchen ein bisschen Verständnis zu wecken! Wir Taubenzüchter sind allesamt auch Natur- und Vogelliebhaber, aber unser Herz schlägt eben für unsere Tauben!

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Glück gehabt! Diese Verletzung schein schlimmer zu sein als sie wirklich ist. Nach einigen Tagen konnte dieser Jungtäuber wieder mitfliegen.
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WF! Leider hat dieser Blaue seine schweren Verletzungen nicht überlebt!
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Der Kropf und die Speiseröhre sind aufgerissen!

 

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Typisch WF! Wie dieser Hellstorch davon gekommen ist ist ein Rätsel. Rechts wurde die Wunde genäht und die Taube hat überlebt!

 

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Schlimme Wunde! hier wurde die Haut erfolgreich zusammen genäht!

 

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Tödliche Verletzung!

 

 

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Ein Werk des Habichts! Weisse Hochzeitstaube!

 

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